I cerec, you cerec, we cerec – CAD/CAM neu definiert in Amazonien

Es war der 24. Juni 2018, als ich meinen kleinen, beschaulichen Wohnort in der Nähe von Heidelberg verließ, um mich auf eine abenteuerliche Reise nach Amazonien (Brasilien) zu machen. Die Mission: CEREC-Zahnbehandlungen im Dschungel – was mich da wohl erwarten würde? Einerseits hatte ich so viele Fragen, andererseits war ich mir sicher: Das wird schön.

Doch bevor ich mir darüber weitere Gedanken machen konnte, hatte ich einen elend langen Flug vor mir: Knapp 28 Stunden dauerte die Reise um den halben Erdball. Hundemüde und aufgeregt kam ich an meinem Zielort Porto Velho an. Die rund eine halbe Million Einwohner zählende Hauptstadt des Bundesstaates Rondônia ist insofern etwas Besonderes, als dass allein im Stadtgebiet stolze 91 Prozent der Bevölkerung des brasilianischen Teilstaates beheimatet sind. Nur neun Prozent der Menschen leben im weitgehend unberührten Umland. Genau diese Menschen würde ich also jetzt kennenlernen. Mich beschäftigten noch viele Fragen, doch meine Vorfreude wuchs.

I cerec, you cerec, we cerec – a new conjugation for CAD/CAM in Amazonia

Der Rest des Tages war kurz. Es blieben nur wenige Stunden, um das große Team von Doutores Sem Fronteiras („Doktoren ohne Grenzen“, eine brasilianische Non-Profit-Organisation, die in Amazonien zahnmedizinische Hilfe für die Ureinwohner leistet) kennenzulernen – insgesamt waren wir 120 – und sich mit dem Fotografen zu besprechen, dann war auch schon Schlafenszeit. Zumindest theoretisch. Praktisch konnte ich mich nicht einfach so ins Bett legen. Was war mit unangemeldetem tierischem Besuch unter dem Bett? Und waren Fenster und Türen ordentlich verschlossen? Nach sorgfältiger Prüfung und ein paar wachen Viertelstunden schlief ich endlich ein.

Tag 1: Die Expedition beginnt!

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Guajará-Mirim. Das bedeutete sechs Stunden Fahrt über zum Teil sehr holprige Straßen. Auch wenn ich wusste, dass die CEREC Einheit viel aushält, achtete ich sehr auf die Geräte. Doch schon bei der letzten von Dentsply Sirona geförderten Expedition zu den Terras Indígenas hat sie über 1.000 km brasilianische Landstraße prima weggesteckt und trotz der hohen Luftfeuchtigkeit tadellos funktioniert – und die Behandlungsergebnisse waren natürlich fantastisch!

Nach der Ankunft an unserem Boot musste ich unbedingt zuerst ins CEREC Atelier (so nannten wir den Behandlungsraum auf unserem Boot, wo die CEREC Einheiten untergebracht waren), um den „Ort des Geschehens“ zu begutachten, bevor ich meine Koje bezog. Am späten Nachmittag legten wir dann endlich ab. Zum Start betätigte der Kapitän das laute, durchdringende Schiffshorn – ein Geräusch, das uns ab jetzt täglich begleiten sollte.

Tag 2: Meine erste CEREC Restauration im Urwald

Das zweite Mal hupte es gleich am nächsten Morgen um sechs Uhr. Ich blickte aus meinem Fenster und sah – niemanden. Stattdessen staunte ich über den gigantischen Fluss Guaporé und eine wundervoll wilde Vegetation. Am liebsten wäre ich sofort von Bord gegangen, um die Gegend zu erkunden und die Menschen des kleinen Indianerdorfs kennenzulernen. Doch das Procedere war genau festgelegt: Der Erstkontakt zur Bevölkerung wurde immer über einen einheimischen Begleiter der Expedition hergestellt. Gab er grünes Licht, konnten wir mit unserer Arbeit außerhalb des Boots beginnen: DSF-Fahne aufstellen, ein „Wartezimmer“ unter einem schattigen Baum improvisieren und viele weitere kleine Handgriffe vornehmen.

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Dem täglichen Aufbauprogramm folgte ein sehr spannender Teil des Tages: Gemeinsam mit Dr. Caio Machado durfte ich die Oberhäupter der Dörfer persönlich begrüßen. Ich stellte mich vor und lud sie zu einer kleinen CEREC-Präsentation in unseren schwimmenden Behandlungsraum ein. Die Technik stieß durchgehend auf Begeisterung. „Das brauchen wir!“ und „Können Sie uns auch so ein Gerät besorgen?“ waren die Reaktionen.

High-speed Sintern im Dschungel bei 1.200 Grad

Die erste CEREC Restauration verfolgte ich mit großem Interesse und war fasziniert davon, wie reibungslos eine so hochentwickelte Technik, angetrieben von einem simplen Generator, bei Hitze und Feuchtigkeit ihren Dienst verrichtete – und das über die ganze Expedition hinweg. Ein echtes Highlight war die allererste Zirconia Krone für das Projekt. Um sie zu sintern, haben wir den CEREC SpeedFire ebenfalls mit Hilfe des Generators auf 1.200 Grad erhitzt. So konnten wir erfolgreich eine vollanatomische CEREC Zirconia Restauration herstellen und im Mund des Patienten einsetzen. High-speed-Sintern im Dschungel – das war eine echte Premiere und für uns alle etwas Besonderes.

Jeder Tag gestaltet sich neu und anders

Denn ich wachte jeden Tag an einem andern Ort auf. Und auch, wenn das morgendliche Ritual – Schiffshorn, Kontaktaufnahme mit den Dorfbewohnern, Einrichtung der Wartebereiche, Begrüßung des Dorfoberhaupts – immer dasselbe war, blieb eine gewisse Unsicherheit. Denn jedes Dorf war anders und die Menschen unterschiedlich. Manche wirkten zurückhaltend bis misstrauisch, andere waren sehr offen und interessiert. Auch die Umgebungsbedingungen variierten, einmal hieß es sogar: „Vorsicht vor Schlangen“

Rückwirkend betrachtet war es für uns alle eine anstrengende, arbeitsreiche Zeit. Insgesamt haben wir bei 30 verschiedenen Völkern und Gemeinden Station gemacht und innerhalb von 35 Tagen rund 3.700 Behandlungen an mehr als 1.000 Patienten durchgeführt. Es war aber auch eine Expedition voller überwältigender Eindrücke. So werden die atemberaubend schönen Abendhimmel mit ihren leuchtenden Sonnenuntergängen für mich unvergessen bleiben. Vor allem aber haben die menschlichen Erfahrungen mich geprägt. Es hat mich sehr bewegt zu sehen, wie anders die Menschen in diesen beinahe vergessenen Amazonasdörfern leben. Wieviel Vertrauen sie uns geschenkt haben, obwohl sie nicht wussten, was sie bei einer Behandlung erwarten würde. Und dann diese Dankbarkeit, das glückliche Lachen von Patienten, deren Zahnlücken wir geschlossen haben.

Es ist mir ein persönliches Anliegen, soziale Verantwortung zu übernehmen. Dass ich diese auch im Auftrag von Dentsply Sirona in Amazonien zeigen durfte, macht mich besonders zufrieden. Und natürlich bin ich auch ein wenig stolz auf „mein“ CEREC, auf dessen Qualität und Zuverlässigkeit wir auch unter erschwerten Bedingungen immer bauen konnten.

Und ich habe noch etwas von unserer Brasilien-Expedition mitgenommen. Ein neues Wort, das unser Team kreiert und aus Spaß fast täglich verwendet hat: „to cerec“. Und was ist mit Ihnen? Will you cerec today?

Ihre Fabiana Schleder Ruiz

Weitere Informationen zur Hilfsorganisation Doutores Sem Fronteiras sowie CEREC finden Sie über diese Links:

www.dsf.org.br

https://my.cerec.com/

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