DSIGN: Inspirations 2017-2018 by Dentsply Sirona – Teil 5: Edle Lichtkompositionen

DSIGN: Inspirations 2017-2018 by Dentsply Sirona – Teil 5: Edle Lichtkompositionen

Bei der Studienwahl musste er sich zwischen zwei Lieblingsdisziplinen entscheiden: Architektur oder Zahnmedizin. Schließlich machte er die Zahnmedizin zu seinem Beruf. Dr. Bernd Kottmann hat aber keineswegs das eine für das andere aufgegeben. In seiner Praxis im Münchner Stadtteil Nymphenburg, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schlosspark, ist seine private Leidenschaft für Kunst, Architektur und Design erlebbar. Die puristisch und schnörkellos gestalteten modernen Räume nehmen sich angenehm zurück. Umso mehr kommen die Akzente zum Ausdruck: Skulpturen, Kunstobjekte, Bilder. Dr. Kottmann hat eine Vorliebe für die direkte Farbigkeit von Künstlern wie Charles Fazzino, Bram Reijnders, Andy Warhol. In seiner Praxis setzt er jedoch auf regelmäßig wechselnde Kunstobjekte, meist aus seiner privaten Sammlung. So stehen derzeit im Eingangsbereich Tonköpfe aus der Serie „Begegnungen“ der Münchner Künstlerin Jutta Körner: reduziert in der Form, ruhig im Ausdruck.

Lichtdurchflutet

Die Praxis hat er im Dezember 2011 gefunden: eine 120 m² große Fläche in einem Neubau mit drei tragenden Säulen, aber noch komplett ohne Wände. Für ihn war es eine willkommene Spielwiese, um daraus genau die Räume zu gestalten, die er haben wollte. Der Entwurf und die Umsetzung wurden von einem Berater des dentalen Fachhandels übernommen. Dr. Kottmann nutzte die Vorlage für seine eigene Planung genau nach seinem Bedarf. Dabei sah er drei Behandlungszimmer vor und brachte mehr und größere Glasflächen ein, die auch in die innenliegenden Räume Tageslicht bringen sollten: „Wenn ich meine Praxisgestaltung mit einem Adjektiv beschreiben müsste, dann wäre es „lichtdurchflutet“.

Ich wollte Helligkeit, Transparenz, klare Strukturen, einen sparsamen Umgang mit Akzenten, dafür organische Formen, die sich zurücknehmen. Besonders wichtig war mir das Lichtdesign. Licht schafft die eigentliche Atmosphäre in einem Raum: Patienten und Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Die Gestaltung meiner Praxis sollte uns dabei unterstützen, das Vertrauen der Patienten zu gewinnen.“ Die Lumenstärken hat er je nach Raum genau auf die Bedürfnisse abgestimmt: Tageslichtweiß in den Behandlungsräumen ermöglicht eine Farbechtheit und erleichtert die Diagnose sowie die Behandlung der Patienten. Im Empfangs- und Wartebereich ist das Licht warmweiß – mit einer beruhigenden und wohltuenden Wirkung auf den Menschen. Dr. Kottmann hat nicht nur auf die Lichteffekte geachtet, sondern auch Wert darauf gelegt, dass die Lichtquellen in sein Gestaltungskonzept passen:

„Ich wollte keine dominanten Lampen, dafür war mir ihre Lichtwirkung umso wichtiger.“ Der Praxisinhaber hat sich für Leuchten des Herstellers Occhio entschieden. Die linsenartigen runden Lichtquellen sind sparsam eingesetzte kleine Blickfänge, die mit entsprechenden Farbfiltern genau an die Bedürfnisse des jeweiligen Raums angepasst werden können. Dr. Kottmann nutzt derzeit in einigen Räumen einen Magenta-Filter. Damit setzt er bewusst rote Farbakzente an die ansonsten hellen Wände, die er auch mit Accessoires und der Kleidung des Praxisteams konsequent aufnimmt: Das Team trägt rote Polos und rote Schuhe.

Rot steht für Leben

Für eine Zahnarztpraxis ist die Farbe Rot eher ungewöhnlich. Farbpsychologen raten meist davon ab, sie in medizinischen Praxen anzuwenden. Rot stehe für Blut und habe auf Menschen eine eher aufregende und beunruhigende Wirkung. Dr. Kottmann sieht das anders: „Für mich ist Rot die Farbe des Lebens. Mit ihr setzen wir einen Akzent. Das sparsam, aber effektiv eingesetzte Rot harmoniert wunderbar mit den weißen und grauen Flächen und bringt einen Wiedererkennungswert für unsere Praxis. An der Farbpsychologie habe ich mich in der Planungsphase nicht orientiert. Im Nachhinein jedoch hat sich ergeben, dass die Farbgestaltung meiner Praxis genau die Wirkung hat, die ich erzielen wollte. Meine Patienten fühlen sich wohl.“ Ein wesentlicher Einfluss für das Wohlbefinden von Patient und Behandler ist auch die Tatsache, dass Dr. Kottmann seine Behandlungseinheiten nicht gegen die Wände richtet, sondern seinen Patienten den Blick ins Freie ermöglicht. Mit dem Ausblick auf die Bäume fühlen sich seine Patienten freier und wohler. In allen drei Behandlungsräumen nutzt Dr. Kottmann die Behandlungseinheit Sinius von Dentsply Sirona.

Diese Einheit ist schlank und lässt sich flexibler positionieren als andere Modelle. Die einzigartige Hebemechanik und die geschwungene Formensprache verleihen der Einheit die schnörkellose Eleganz, die Dr. Kottmann auch mit der Gestaltung der Räume zum Ausdruck bringen will. Die Polsterung hat er in warmem Sattelbraun gewählt. „Das ist klassisch und daran sieht man sich nie satt. Braunes Leder war vor 100 Jahren schon cool und ist es immer noch. Außerdem strahlt es eine gewisse Behaglichkeit aus. Man mag sich gerne darauf setzen und man fasst es gerne an, weil es sich gut anfühlt.“ Wie bei den Einheiten so spielte auch bei der gesamten Praxisgestaltung die Haptik und Optik der Oberflächen eine große Rolle.

Die Böden sind aus gekalkter Eiche, die Wände zum Teil aus Naturstein. Auch hier hat er beobachtet, dass die Patienten diese Materialien gerne anfassen. Sich selbst bezeichnet Dr. Kottmann als regelrecht materialverliebt und zieht eine Parallele vom Design der Praxis zu seiner eigentlichen Arbeit als Zahnarzt. Auch in der Prothetik geht es darum, eine exzellente Oberfläche her- zustellen, die sich natürlich und gut anfühlt. „Ob es eine gute prothetische Arbeit aus Keramik im Mund meiner Patienten ist oder die glatte Oberfläche der Natursteine an meinen Wänden. So fühlt sich Qualität an.“

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