DSIGN: Inspirations 2017-2018 by Dentsply Sirona – Teil 4: Denkmal trifft Moderne

DSIGN: Inspirations 2017-2018 by Dentsply Sirona – Teil 4: Denkmal trifft Moderne

Jeder Patient, der die Praxis von Dr. Guido Lier in Hildesheim zum ersten Mal betritt, erlebt erstmal eine Überraschung. Denn das als Lazarett genutzte ehemalige städtische Krankenhaus aus dem Jahre 1894 lässt keinesfalls das puristische Design einer modernen Zahnarztpraxis hinter dem Holzportal vermuten. Das sei durchaus seine Absicht beim Bezug der Praxisräume vor drei Jahren gewesen, erzählt der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der mit der modernen Einrichtung einen Kontrast zu dem denkmalgeschützten Gebäude schaffen wollte.

Unterstützung hat er sich vom Innenarchitekten Sebastian David Büscher aus Gütersloh geholt und seiner Ehefrau, die mit ihm gemeinsam die Grundidee für die Gestaltung entwickelt hat. Da Dr. Lier ausschließlich chirurgisch tätig ist, wollte er ein klares hygienisches Ambiente. „Das schafft bei den Patienten Vertrauen und nimmt ihnen die Angst vor der Behandlung“, ist er überzeugt. Nicht zuletzt wollte er auch für sich selbst eine schöne Umgebung, in der er sich wohl fühlt, denn er halte sich schließlich am längsten in seiner Praxis auf.

Natürlichkeit und Wertigkeit

Seine persönliche Note wird erkennbar in dem für eine Zahnarztpraxis eher unüblichen Dielenboden aus massivem Eichenholz. Sein Lieblingsmaterial Holz drückt für den gebürtigen Schwaben nicht nur Natürlichkeit, sondern auch eine Wertigkeit aus. Als Gegenpart sind die Oberflächen der Schränke aus dem von DuPont entwickelten mineralischen Werkstoff Corian. Der Acrylstein fühlt sich nicht nur gut an, sondern lässt sich auch sehr gut reinigen, was dem Hygieneanspruch der Praxis gerecht wird. Die Qualität des Materials lässt sich auf den ersten Blick erkennen und trägt zu dem unaufdringlichen klaren Gesamtbild bei. Dazu passend setzt das Lichtkonzept gezielte Akzente wie zum Beispiel die Lichtdecke über dem Empfangsbereich. Auch die dekorativen Elemente der Praxis sind sehr reduziert und sprechen dadurch für sich.

Gleich am Eingang fällt der Blick auf eine Liane aus dem Urwald Indonesiens, die hier wie eine Skulptur wirkt. Das verschlungene Naturmaterial hebt sich deutlich ab von den geradlinigen und kantigen Formen des Mobiliars. Die großformatigen Bilder verraten das Hobby des MKG-Chirurgen, denn sie zeigen allesamt Segel, die unterschiedlich im Wind gebläht sind. „Ich habe längere Zeit in Kiel gelebt und dort meine Liebe fürs Segeln entdeckt. Mit den Motiven von Jonathan Chritchley konnte ich einen Teil von mir in meiner Praxis abbilden und gleichzeitig das Design aufgreifen“, freut sich Dr. Lier.

 

 

Optik und Komfort

Das ist ihm auch mit dem zahnmedizinischen Equipment gelungen, denn die Behandlungseinheiten von Dentsply Sirona fügen sich in der Formsprache und Farbgebung perfekt in das Praxisdesign ein. Doch nicht nur die Optik war ein Entscheidungskriterium, sondern auch die komfortable Lagerung der Patienten und die integrierte Hygienefunktion. Es sei eine Abwägung zwischen Funktionalität und Design gewesen, erklärt Dr. Lier. Generell sind in seiner Praxis nur technisch notwendige Geräte zu sehen. Auch das habe weniger optische, sondern vielmehr hygienische Gründe, denn „alles, was herumsteht, kann kontaminiert werden“, sagt er.

 

Zeitlos pur

Und wie wirkt die Atmosphäre auf seine Patienten? Auch diesen Aspekt hat Dr. Lier in seine Planung einbezogen. Als reine Überweisungspraxis spricht der Chirurg zwar mit seinem Behandlungsspektrum eher die zuweisenden Kollegen an, dennoch war es ihm wichtig, die Räumlichkeiten puristisch und minimalistisch zu gestalten. Eine dekadente oder gar pompöse Einrichtung wirkt seiner Meinung nach abschreckend auf die Patienten und weckt ein ungutes Gefühl. Ein Kollege habe seine Praxis sogar einmal als asketisch bezeichnet, sagt er. Er selbst bezeichnet sie als zeitlos und schafft damit auch eine Verbindung zu dem alten Gebäude.

„Dieses Gebäude steht hier seit mehr als 120 Jahren und ist immer noch schön. Ein Neubau wirkt dagegen nach 20 bis 30 Jahren einfach unmodern. Mit der Innenarchitektur wollte ich die Zeitlosigkeit des Altbaus aufgreifen“, kommentiert Dr. Lier seine Idee. Die bis ins Detail durchdachte Planung des Praxisinhabers spiegelt auch seine Arbeitseinstellung wider: Seine Behandlungen folgen einer systematischen Planung, und daher wird Dr. Lier von den zuweisenden Kollegen sehr geschätzt.



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