Cercon xt ML – wer dahinter steckt: Ina Knollmann und Dr. Lothar Völkl

Seit März 2019 hat Dentsply Sirona mit Cercon xt ML ein extra transluzentes Multilayer-Zirkonoxid auf dem Markt. Die Farbschichtung ist in den Rohlingen so angelegt, dass sie in der gesinterten Restauration einen natürlichen Farbgradienten erzeugen. Insgesamt sind vier Schichten in die Ronde integriert: Dentin, zwei Übergangsschichten und Schneide. Die Farbverläufe des natürlichen Zahns lassen sich dadurch noch besser imitieren als bisher. Dr. Lothar Völkl, Direktor Forschung und Entwicklung Dentsply Sirona Lab, Hanau, und Ina Knollmann, Global Senior Produkt Manager CAD/CAM Materialien, Dentsply Sirona Lab, Hanau, berichten im Gespräch über dieses neue Mitglied der Cercon Familie.

Dr. Lothar Völkl und Ina Knollmann freuen sich über das exzellente Kundenfeedback

Frau Knollmann, Herr Dr. Völkl, erzählen Sie uns bitte zuerst etwas über Ihre Aufgaben in Hanau?

Ina Knollmann: Seit 11 Jahren bin ich für Dentsply Sirona als Produktmanagerin im Laborbereich tätig und aktuell für die CAD/CAM-Materialien verantwortlich. Als Produktmanagerin begleite ich Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Marktforschung über die Idee bis zur Umsetzung. Meine Aufgabe ist es auch, zukünftige Trends und Entwicklungen aufzuspüren, um diese dann in unsere Produktentwicklung einfließen zu lassen. Durch intensive Kontakte mit Laboren und Anwendern rund um den Globus erhalte ich tiefe Einblicke sowohl in die täglichen Erfahrungen mit unseren CAD/CAM-Materialien als auch zu Wünschen und Anforderungen für zukünftige Produktentwicklungen. Diese Informationen bilden eine wesentliche Basis für die Neu- und Weiterentwicklung von Produkten, die dadurch gezielt auf die Bedürfnisse unserer Kunden abgestimmt sind.

Dr. Lothar Völkl: Ich bin seit 25 Jahren im Unternehmen tätig und war maßgeblich und verantwortlich an der Entwicklung vieler unserer Erfolgsprodukte beteiligt. Als ein Highlight ist sicherlich die Entwicklung von Cercon zu sehen. Als Pionier haben wir Zirkonoxid erstmalig für die sichere und wirtschaftliche Verarbeitung im Labor zugänglich gemacht und damit den Wunsch nach vollkeramischen Gerüstwerkstoffen für die Kronen- und Brückentechnik erfüllt. Heute, fast 20 Jahre später, bieten wir unseren Kunden ein abgestimmtes Spektrum an Cercon- Varianten und Verblendkeramiken für die unterschiedlichsten Indikationen und Anwendungen. Ob monolithisch, teil- oder vollverblendet, die Anwender entscheiden ganz nach ihren Bedürfnissen der jeweiligen Versorgung. Es hat sich viel getan: Mit Cercon ht – für „high transluzent“ und Cercon xt – für „extra transluzent“ – haben wir bezüglich Festigkeit Transluzenz und Farbsicherheit mit der True Color Technology heute zwei weltweit sehr geschätzte Cercon Varianten auf dem Markt. Als weiteres Highlight haben wir auf der IDS 2019 mit Cercon xt ML – die neue Multilayer-Generation eingeführt.

IDS 2019 – Talking Point Cercon xt ML – CEO Dentsply Sirona Don Casey und Ina Knollmann

Multilayer-Zirkonoxide gibt es jetzt ja schon seit einiger Zeit auf dem Markt. Was war Ihr Antrieb und Ziel mit Cercon xt ML diesem Segment neue Impulse zu geben?

Dr. Lothar Völkl: Wie bereits erwähnt, als Pionier haben wir da natürlich besondere Ansprüche. Und hier zählt nicht immer die Schnelligkeit, ein Produkt auf den Markt zu bringen. Seit der Einführung von Cercon vor fast 20 Jahren spielt das Thema Sicherheit bei uns eine große Rolle, denn Zirkonoxid ist nicht gleich Zirkonoxid. Umfassende eigene Tests mit unterschiedlichsten Verfahren und die enge Zusammenarbeit mit Universitäten machen Cercon heute wohl zum am besten dokumentierten Zirkonoxid in der dentalen Anwendung. Dieser hohe Sicherheitsanspruch gilt natürlich auch für unser neues Cercon xt ML. Da dieses Multilayer-Zirkonoxid speziell für die monolithische Anwendung im hochästhetischen Frontzahnbereich von uns entwickelt wurde, spielten insbesondere die Farbverläufe und -verteilung der unterschiedlichen Farbzonen eine besondere Rolle. Da wir auch über jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der Einfärbung keramischer Verblendkeramiken verfügen, färben wir unsere Rohstoffe selber ein. Dadurch geben wir unseren Kunden ein hohes Maß an Farbsicherheit und Reproduzierbarkeit. Cercon xt ML wird damit auch zur Alternative zum Lithiumdisilikat und schafft den Anwendern somit erweiterte Handlungsspielräume.
Die Rückmeldungen unserer Kunden zeigen uns, dass wir damit ins Schwarze getroffen haben. So war der in die Produktentwicklung als Key Opinion Leader eingebundene Zahntechnikermeister Thomas Bartsch aus Eschweiler bereits von Cercon xt begeistert und überzeugt, dass es nicht besser geht. Jetzt ist er von Cercon xt ML wirklich begeistert. So etwas zu hören, ist eine großartige Bestätigung.

Ina Knollmann: Genau dafür brauchen wir den engen Kontakt mit den Kunden. Wir müssen bei der Produktentwicklung wissen, was dem Kunden wichtig ist, wie seine Abläufe im Labor und mit seinen Zahnärzten sind. Nur so können wir innovativ sein.
Ein zentrales Thema keramischer Restaurationen ist das Thema Zahnfarbe. Wir haben frühzeitig auf voreingefärbtes Zirkonoxid gesetzt. Cercon ht mit True Color Technology hat hier sicherlich eine neue Benchmark hinsichtlich der Reproduzierbarkeit der klassischen 16 VITA*-Farben gesetzt. Dies gilt genauso für Cercon xt und jetzt für Cercon xt ML. Aus dem Zusammenspiel einer Vielzahl von Kundengesprächen, Tests und unserer Erfahrung haben wir die unterschiedlichen Farbzonen und damit Schichtung für die exzellente Ästhetik entwickelt – Cercon xt ML ist in seinem Aufbau nach dem Vorbild des natürlichen Zahns entstanden. Die Farbgenauigkeit der Cercon® True Color Technology ermöglicht es dem Labor, mit lediglich einem Glasurbrand hochästhetische Restaurationen herzustellen. Eine erweiterte Charakterisierung durch Malfarben ist natürlich jederzeit möglich. Die effiziente Farbgebung in den 16 VITA*-Farben und dem Bleachton BL2 bringt dem Labor ein hohes Maß an Sicherheit und damit auch Wirtschaftlichkeit.

Cercon xt ML – die Farbverläufe und die unterschiedliche Verteilung der Farbzonen spielen eine entscheidende Rolle hinsichtlich der Imitation natürlicher Zähne

Welche weiteren Besonderheiten konnten Sie mit Ihrem Team bei Cercon xt ML umsetzen?

Ina Knollmann: Dass sich Cercon xt ML klar an den Kundenforderungen orientiert, sieht man bei näherer Betrachtung der Arbeitsabläufe im Labor.
So sind beispielsweise die Sinterprogramme von Cercon xt ML, Cercon xt, Cercon base, Cercon ht identisch. Das ist keine Selbstverständlichkeit im Markt aber dennoch für das Labor sehr wichtig, da unterschiedliche Restaurationen aus verschiedenen Cercon Varianten in einem Sinterzyklus gesintert werden können. Das spart Zeit, Geld und schafft zusätzliche Kapazitäten.
Zahntechniker wissen es zu schätzen, dass sich Cercon xt ML genauso leicht verarbeiten lässt wie Cercon ht und xt. Die Auswahl der Rohlinge erfolgt nach der zu reproduzierenden Zahnfarbe.
Mithilfe der CAM-Software, zum Bespiel mit inLab MC X5, kann der Zahntechniker beim Nesting die Restauration im Rohling entsprechend der Farbverläufe und -intensitäten positionieren. Das erspart Nacharbeit und liefert höherwertige Ergebnisse. Wie schon von meinem Kollegen Lothar Völkl gesagt, lediglich eine Glasur nach dem Sinterbrand bringt schon hochästhetische Ergebnisse. Auf Wunsch kann die monolithische Restauration bemalt oder anderweitig charakterisiert werden. Bei vollanatomischen Restaurationen ist übrigens auch die Möglichkeit der substanzschonenden Präparation gegeben.

Dr. Lothar Völkl: Das Produkt setzt neue Maßstäbe in der effizienten Materialnutzung: Die Stärke und die Position der Dentinschicht erleichtern es, eine Restauration in der Ronde zu positionieren und durch geschicktes Nesting den Rohling optimal auszunutzen. So kann eine hohe Anzahl an Einheiten aus einer Ronde gefräst werden. Dabei erweist es sich als absolut vorteilhaft, dass unabhängig von der Rohlingsgröße die Schichtung im Schneide- und Übergangsbereich gleich ist und sich nur im Dentinbereich unterscheidet.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Als Dentsply Sirona Team sind wir stolz auf diese neue Multilayer-Generation. Obwohl sie erst seit der IDS 2019 auf dem Markt ist, haben wir damit außergewöhnlichen Erfolg und viele positive Rückmeldungen von unseren Kunden. Wir sind uns sicher, auch mit Cercon ht ML, welches wir im Jahr 2020 step by step auf den Markt bringen werden, neue Standards zu setzen.


Frau Knollmann, Herr Dr. Völkl, vielen herzlichen Dank für das Interview und die interessanten Einblicke.


*VITA ist eingetragenes Warenzeichen der VITA Zahnfabrik


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