Abenteuer mit CEREC in Amazonien

Autor: Dr. Umberto De Luca

Auf Einladung der Organisatoren der traditionellen Xingu-Spiele (Jogos do Xingu, auch “Indianerspiele” genannt) reiste ein Team von Doutores Sem Fronteiras (DSF, zu Deutsch: Doktoren ohne Grenzen) mit sieben Zahnärzten nach Kalapalo, um die Einwohner von einigen Kuikuru-Dörfern zahnmedizinisch zu versorgen. Bei ihren Behandlungen wurden sie von Dentsply Sirona unterstützt, unter anderem mit CEREC-Geräten sowie mit modernsten zahnmedizinischen Instrumenten und Materialien. Doch es kam ein wenig anders als gedacht.

Wir hatten es uns durchaus aufregend und herausfordernd vorgestellt, CAD/CAM-Technologie Mitten in Amazonien zu bringen und dort indigene Völker zahnmedizinisch zu versorgen. Doch bei dieser Expedition verlief so ziemlich alles anders als geplant. Ein Todesfall in einem Indianerdorf, die zunächst unsichere Finanzierung der Expedition, schlechtes Wetter, das die Wege in die Region beschwerlich bis unpassierbar machte – die äußeren Umstände hielten uns als Zahnärzte und das gesamte Team ganz schön in Atem.

Doch am 5. Mai ging es los, wir machten uns auf den Weg nach Goiânia. Dort hieß das Ziel Klinik für ästhetische Zahnheilkunde und Implantologie „Clinica Spa Relancer da Silvinha“. Die gesamte Ausrüstung wurde im April von Dentsply Sirona geschickt. Doch aufgrund all der unvorhergesehenen Ereignisse gelangten wir erst am 6. Mai nach Goiânia. Von dort ging es weiter nach Querência im Bundesstaat Mato Grosso. Das bedeutete eine tausend Kilometer lange Busfahrt, die 15 Stunden dauerte. Gegen 9:00 Uhr hatten wir es mit unserer Ausrüstung beladen, die unter anderem ein komplettes CEREC System mit der Omnicam und eine CEREC MC XL-Schleifeinheit umfasste. Nach einer extrem schwierigen Reise erreichten wir unser Ziel nach Mitternacht.

Am nächsten Morgen trafen wir den Bürgermeister von Querência, den Stammesführer Kakuros und einige Ureinwohner aus der Region, um unseren Einsatz beim Volk der Kuikuros zu besprechen, doch das Wetter meinte es nicht gut mit uns: Intensive Regenfälle sorgten für unpassierbare Straßen dorthin, eine Fähre war nicht verfügbar. Der Bürgermeister versuchte sogar, die Xingu-Spiele der guten Sache zuliebe in ein anderes Dorf zu verlegen, so dass wir rechtzeitig da sein konnten – vergeblich.

Wir erlebten also noch einmal eine Verzögerung. Erst am 8. Mai konnten wir mit drei kleinen Lastwagen zu einem Steg fahren, von wo aus uns eine Fähre zum Stamm der Grünen am Fluss Xingu brachte, wo wir die kleinen Boote nehmen sollten. Von dort ging es – wieder nach langer Wartezeit und Unsicherheit über geeignete Transportmittel – mit zwei kleinen Booten voller Ausrüstung zum Dorf Kuikuro, dem Zielort unserer Reise.

Am Ende dieser wirklich abenteuerlichen Fahrt war es schon Nacht geworden, als wir an einer Biegung des Flusses anlegten und die Ausrüstung abluden. Wir rechneten eigentlich nicht damit, doch zu unserer Überraschung wartete ein Geländewagen auf uns. Auf diesen packten wir unsere CEREC Ausstattung und baten die weiblichen Teilnehmer unserer Expedition, mitzufahren – wir Männer würden auf die Rückkehr des Wagens warten, der uns mit dem restlichen Gepäck abholen sollte. Dies wurde zu einem kleinen Wagnis, denn wir warteten sehr lange und begannen bereits, nach Holz für ein Lagerfeuer zu suchen. Doch dann kamen zwei Indianer, die uns baten, ihnen zu helfen: Der Geländewagen war auf seinem Weg zu uns im Schlamm stecken geblieben. Mit vereinten Kräften gelang es uns, ihn zu befreien, unser Gepäck dann aufzuladen und das Dorf zu erreichen. Das Stromaggregat funktionierte wie erwartet nicht, also wurde daraus eine improvisierte Nacht.

Am nächsten Tag begannen wir, bei hohen Temperaturen unsere Geräte aufzubauen und den Kompressor sowie weitere Anlagen anzuschließen. Dazu gehörte auch, die CEREC Aufnahmeeinheit mit der Omnicam mit der Schleifmaschine zu verbinden. Hier half mir meine umfangreiche Erfahrung mit dem System, alles problemlos in Betrieb zu nehmen. Jetzt konnte es endlich losgehen. Um so vielen Patienten wie möglich zu helfen, haben wir die ankommenden Indianer nach ihren Anliegen klassifiziert und dann nacheinander behandelt.

Wir hatten bis dahin ziemlich viele Hürden überwinden müssen, doch was wir während der Behandlungen erlebten, lässt sich nur schwer in Worte fassen: Für die indigene Bevölkerung vor Ort war es eine von sehr wenigen Möglichkeiten, überhaupt Zugang zu zahnmedizinischer Versorgung zu erhalten. Entsprechend dankbar und erfreut waren sie, dass sie schnell und sicher versorgt werden konnten. Was für uns sehr selbstverständlich ist, erhält in diesen Regionen eine ganz neue Bedeutung – und das wurde uns allen im Team einmal mehr bewusst. Während wir ein wenig damit haderten, nur zwei Tage unsere Hilfe anbieten zu können, freuten sich die Indianer wirklich darüber, dass zumindest einige von ihnen eine Behandlung bekamen, Schmerzen oder größere Defekte behoben werden konnten, und ihnen so lange Wege erspart blieben. Diese Freude zauberte auch in unsere Gesichter ein Lächeln.

Eines müssen wir unbedingt erwähnen: CEREC hat sich als extrem robust erwiesen. Trotz der Stromausfälle und der starken Hitze während der gesamten Expedition hat uns das gesamte System keine Probleme bereitet.

Es freut uns wirklich sehr, dass die einheimischen Verantwortlichen das Team der Doutores Sem Fronteiras baten, bald wiederzukommen.

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